"Sushi" kocht, glaubt und lacht

Glaube ist erlebbar - das will Sascha Fritsche Jugendlichen in Ludwigsstadt vermitteln. Der neue Jugendreferent der evangelischen Kirche kommt aus Schwaben und trägt den Spitznamen "Sushi".

Ludwigsstadt - Sascha Fritsche macht Jugendarbeit in Ludwigsstadt "Mein Ziel ist es, den Jugendlichen Glauben zu vermitteln und die Erfahrungen von mir weiterzugeben, dass Glauben erlebbar ist", sagt Sascha Fritsche, "der Glaube hilft uns im Alltag, das heißt aber nicht, dass wir keine Probleme haben. Wir dürfen lernen, mit den Problemen umzugehen". Der 23-Jährige macht seit knapp einem halben Jahr über den "Christlichen Verein Junger Menschen" (CVJM) Jugendarbeit in Ludwigsstadt.

Dort wurde der Schwabe mit dem Spitznamen "Sushi" herzlich aufgenommen. "Total cool war, dass ich im CVJM eine Familie gefunden habe. Die haben sich alle sehr um mich gekümmert, mich zum Essen eingeladen und mir beim Renovieren geholfen", sagt Sascha Fritsche und erzählt weiter: "Meine erste Erfahrung mit dem Teen-Kreis des CVJM hier war, dass die alle in meine Wohnung gekommen sind und die Tapete heruntergerissen haben." Auch die evangelische Kirche in Ludwigsstadt unterstützt den neuen Jugendreferenten.

Sascha Fritsche wird sich aber nicht nur um den Teen-Kreis des CVJM kümmern. "Wir sind offen für alle Jugendlichen", betont Sushi. Im Teen-Kreis selbst arbeiten 20 Jugendliche mit. Dazu kommen nochmal zehn Jugendliche von der Break-Dance Gruppe in Ludwigsstadt.

Bisher ging es für Sushi vor allem darum, Kontakte zu knüpfen. "Mein allererster Schritt war es, Beziehungen zu den Jungs und Mädels herzustellen, in einem nächsten Schritt wurde das Café Esprit wieder hergerichtet". Dabei halfen die Jugendlichen tüchtig mit und "Sushi" ist begeistert. Das Café Esprit, das 1997 gegründet wurde und um das es in letzter Zeit still geworden war, ist Dreh- und Angelpunkt für die Jugendarbeit. Hier sollen sich Jugendliche aus der gesamten Region treffen.

Damit sie auch nach Ludwigsstadt kommen, wird es eine Vielzahl von Aktionen und Jugendevents geben. Dazu gehört auch, dass Sushi preiswertes Essen zubereitet, das den Jugendlichen sicher schmecken wird. "Schwäbische Spezialitäten wie Spätzle mit Linsensuppe und Würstchen wird es nicht geben", verrät er und lacht. Der Erlös, der im Café erzielt wird, geht direkt wieder in die Jugendarbeit zurück.

Dabei gibt es schon einige Anfangserfolge. "Als ich herkam, habe ich gesehen, dass es viele begabte Musiker gibt. Da ich auch selbst Bass spiele, haben wir eine Lobpreisband gegründet. Wir treffen uns wöchentlich zum Proben und sind schon recht gut geworden", so Sushi.

Sascha Fritsche möchten den Jugendlichen aber auch auf ihrem Weg ins Berufsleben helfen: "Viele Teenies, die ich kenne, die haben noch keine Ahnung, was sie machen wollen." Die demografischen Probleme, die der Rennsteig hat, kannte Sascha Fritsche, der aus dem Raum Stuttgart stammt, aus seiner schwäbischen Heimat nicht. "Ich bin mir bewusst, dass die Teenies, mit denen ich hier arbeite, in ein paar Jahren schon in Nürnberg sein können", so Sascha Fritsche.

Er kann sich nicht darauf verlassen, dass diese hier bleiben, um später vielleicht sogar als Betreuer in einem Jugendteam zur Verfügung stehen. Umso wichtiger ist es, dass er auf schon bewährte Kräfte, wie etwa Enrico Hoppe setzen kann. Der 36-Jährige erklärt: "Wir wollen das Jugendcafé neu beleben und haben vieles vor. Angefangen vom Tanzkurs bis hin zu Volleyballturnieren im Sommer." Zu dem Leitungsteam gehören neben Sushi und Enrico Hoppe auch Kristina Schramm und Anne-Kathrin Müller, die derzeit in Nürnberg studieren. "Für mich ist mit das Wichtigste, dass sie mich als Vertrauensperson ansehen, der man Probleme erzählen kann", sagt Sascha über eines seiner Ziele. Er möchte dann zwischen den Jugendlichen und Eltern vermitteln. "Jugendliche müssen sich zu Hause wohlfühlen und da auch reifen", so Sushi, "und dass sie sich mit der Region identifizieren, eine gute Erinnerung an sie haben und auch wiederkommen, wenn sie vielleicht mal für einige Zeit wegziehen sollten".


Sascha Fritsche (links) und Enrico Hoppe vor dem neuen Logo im Café Esprit. Es soll ausdrücken, dass etwas Neues passiert. Foto: Fiedler
Das Jugendcafé Esprit öffnet offiziell im Rahmen des Ludwigsstadter Weihnachtsmarktes am 11. Dezember. Es wird dann regelmäßig dreimal in der Woche geöffnet haben und zwar donnerstags und sonntags von 16 bis 20 Uhr und freitags von 20 bis 24 Uhr. Schon an diesem Sonntag, 5. Dezember, findet ab 15 Uhr ein Familiennachmittag statt, zu dem Jung und Alt eingeladen sind.
Von Peter Fiedler, erschienen in der Neuen Presse Coburg am 02.12.2010

Café ESPRIT,
Ansprechperson Sascha Fritsche
Am Marktplatz 4a,
96337 Ludwigsstadt

Tel.Nr. 09263/97294 (Cafe)
lt (at) cafe-esprit.de